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Samstag, 02. Jan. 2021

Georg Maier verstorben

 

In Memoriam Georg Maier

 

„Jetzt spielst du auf der ganz großen Bühne weiter!“, so beginnt auf der Homepage die Trauer um den Iberl-Chef. Am 1. Januar 1966 hat Georg Maier seine Iberl-Bühne eröffnet. Genau 55 Jahre danach, am 1. Januar 2021, schloss er kurz nach Mitternacht für immer seine Augen. Begleitet wurde der dabei von den Münchner Silvesterglocken, seiner Frau Raphaela und seiner älteren Tochter Georgia. „Nach schwerer Krankheit verlässt uns ein bayerisches Original, geliebter Ehemann, liebevoller Papi und Opi“, so die Worte weiter. Das Versprechen der Familie: „Wir werden das Theater in Deinem Sinne weiterführen und Dein Lebenswerk würdig weitertragen“. Georg Maier wäre heuer im September 80 Jahre alt geworden.

 

Das neue Jahr hat für die Mitglieder und Freunde der Laienbühne Schorndorf gleich mit einer sehr traurigen Nachricht aus München begonnen: Ehrenmitglied Georg Maier, Autor, Regisseur und Schauspieler der Iberl-Bühne, dessen Stücke sich die Laienbühne für das „Theater auf der Burg“ zur Richtschnur gemacht hat, ist am Neujahrstag verstorben.

 

Seit 1997 erhält die Laienbühne Schorndorf auf Burg Neuhaus mit dem würdigen Volkstheater aus der Feder von Georg Maier viel Anerkennung und hat inzwischen eine große Fangemeinde weit über den Landkreis Cham hinaus. Bester Beweis sind die bereits jeweils im Vorfeld ausverkauften Vorstellungen und das Ganze inzwischen seit fast einem Vierteljahrhundert. Doch auch Georg Maier selbst zeigte sich von Anfang an vom Burgambiente auf dem „grünen Hügel“ in Neuhaus begeistert und die Iberl-Bühne bereicherte Jahr für Jahr den Kultursommer jeweils Ende Juli selbst mit einer Aufführung. Georg Maier ließ es sich nicht nehmen, bei den Gastspielen selbst mit auf den Brettern der Neuhauser Naturbühne zu stehen.

Im Herbst 2006 nahm im Alten Münchner Rathaus direkt am Marienplatz die Jubiläumswoche zum 40jährigen Bestehen der Iberl-Bühne München-Solln den Auftakt. Dieser Anlass wurde genutzt, um an Georg Maier für sein Wirken um das Volkstheater den Kulturpreis „Schauer 2006“ zu überreichen. Als Laudator fungierte Landrat Theo Zellner. Für die Delegation aus dem Landkreis Cham wird dieser Abend unvergesslich bleiben, denn die Übergabe des Kulturpreises erfolgte im Beisein von vielen weiteren prominenten Gästen, etwa Moderatorin Luise Kinseher, „Mr. Grand Prix“ Ralph Siegel oder TV-Erfolgsproduzent und Regisseur Helmut Ringelmann („Der Kommissar“, „Derrick“, „Der Alte“). Einer aber stellte auch an diesem Abend alle in den Schatten: „Kaiser“ Franz Beckenbauer. Oberbürgermeister Christian Ude verwies auf die bisherigen Auszeichnungen für Georg Maier wie die Medaille „München leuchtet“ (1996) oder den Ernst-Hoferichter-Literaturpreis der Stadt München (2002). „Und das macht er alles ohne städtische Zuschüsse“, so Ude an Schorsch Maier voller Dankbarkeit und Wertschätzung, „die Iberl-Bühne und Georg Maier haben in München und in Bayern den Begriff des Volkstheaters Gott sei Dank wieder zurechtgerückt“.

„Auch die Oberpfälzer drücken auf München eina“, so Moderatorin Luise Kinseher als Überleitung zur Laudatio von Landrat Theo Zellner. „Da hat uns einer vor 40 Jahren einen Stein ins Wasser geworfen und die Ringe haben sich bis in die Oberpfalz verbreitet“, meinte Zellner, seit 1997 würden jährlich rund 3000 Menschen auf der Burg Neuhaus die Stücke von Georg Maier mit großer Leidenschaft sehen und dieses Theater feiern. Der Iberl-Bühne mit Autor Georg Maier sei es zu verdanken, dass sich im Festspiellandkreis Cham die Laienbühne Schorndorf auf der Burg Neuhaus „ein Wohnzimmer und Zuhause für bestes und würdiges Volkstheater“ schaffen konnte. Georg Maier erhalte den Kulturpreis „Schauer“ in Anerkennung seines herausragenden Beitrags zur Kultur für die Region, insbesondere der Förderung der „Kultur, die lachen macht“ und der „Kultur, die Miteinander“ macht und für sein Wirken im Volkstheater. Neben der entsprechenden Urkunde überreichten Zellner und Laienbühne-Vorstand Säp Kiesl auch die Ehrengabe.

Laienbühne-Vorsitzender Säp Kiesl und 1. Bürgermeister Max Schmaderer zeigten sich von der Todesnachricht aus München sehr getroffen. Das „Theater auf der Burg" würde es ohne Georg Maier, ohne seine unverkennbaren baierischen Theaterstücke, nicht geben, so Kiesl. Er sei von Beginn des „Burgtheaters“ an ein begeisterter Mitstreiter und Gönner gewesen. „Wir trauern und verlieren einen wahren Freund“, so Säp Kiesl. Gemeindeoberhaupt Max Schmaderer dazu zwar nicht in der für Maier so typischen Iberl-Sprache, aber dennoch boarisch und in Versform: „Is schod um den Mo, der für uns in Neuhaus so viel Guads hot do. Wir wernd eahm holtn in Ehrn, den lustigen Herrn“.

 

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